
Der Hamburger Stadtpark gilt mit seinen 150 ha Parkfläche als herausragendes Gartendenkmal. Zu seiner Zeit setzte er neue Maßstäbe in der Gartenarchitektur und war mit seinen vielfältigen Nutzungsangeboten, seiner Formensprache und mit seiner Gestaltungsqualität Richtung weisend für die Anlage von Volksparks.
Der von Fritz Schumacher und Otto Linne geprägte Park wurde im Jahre 1914 in großen Teilen fertiggestellt und der Bevölkerung übergeben. Er sollte den Bedürfnissen der Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum gerecht werden, zur künstlerischen und kulturellen Bildung beitragen, aber auch das Selbstbewusstsein einer großen Gemeinde und den Wohlstand der Stadt zum Ausdruck bringen.
Der Park ist bis heute geprägt von seinem axialen Grundgerüst mit der großen Ost-West-Achse zwischen Wasserturm und dem Standort der ehemaligen Stadthalle sowie der kreuzenden Nord-Süd-Achse zwischen Liebesinsel, ehemaligem Parkcafé und Platanenallee. Die großen Alleen und raumbildenden Pflanzungen verknüpfen die vielfältigen Raumfolgen.
Im Mittelpunkt der Parknutzung steht die große Festwiese mit 14 ha Fläche. Sie wird ergänzt durch viele Nutzungs¬angebote, Bootsvermietungen, Freilichtbühne, öffentliche Badeanstalt, Sportplätze etc.
Das Architekturensemble des Parks wurde im Krieg stark zerstört. Stadthalle, Parkcafé, die Gebäude der Milch¬wirtschaft und andere Architekturelemente wurden nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut.
Die verbliebenen Gebäude wie Was¬serturm, Trinkhalle, Landhaus Walter und die konsequente architektonische Grundstruktur prägen jedoch den Park bis heute.

Für die künftige Pflege und Entwicklung des Stadtparks wurde Anfang der 90er-Jahre ein Parkpflegewerk in Auftrag gegeben, das im Jahr 2005 durch eine Fortschreibung ergänzt wurde. Mit einer Zehnjahresbilanz konnte im Rahmen der Fortschreibung aufgezeigt werden, dass auf dem Wege der Rekonstruktion der historischen Qualitäten deutliche Fortschritte erzielt werden konnten. Der bedeutendste Erfolg ist sicherlich die Wiederherstellung der ehemaligen Platanenallee (ehemalige Nord-Süd-Achse). Mit dieser Maßnahme konnten das axiale Grund¬gerüst des Parks wiederhergestellt und wesentliche Teile des Parks für die Freizeit- und Erholungsnutzung neu erschlossen werden.
Mit der Wiederherstellung des historischen Uferwegs und der neuen Treppenanlage am Standort der alten Kaskade konnte das lange Zeit nicht erreichbare Seeufer neu erschlossen werden. Das Treiben auf dem See und im Park kann jetzt von den neuen Ufermauern im Osten des Sees mit sei-nen neuen Bastionen und Treppenanlagen aus uneingeschränkt beobachtet werden.
Die Sanierung des Cafés am Planschbecken, die Umwandlung eines Toilettenhäuschens an den Rosengärten in ein Lesecafé, die Anlage eines Minigolfplatzes mit Kiosk, die Modernisierung der Spielplätze sowie die Ergänzung durch Beachvolleyballplätze sind zeitgemäße Ergänzungen des Nutzungsprogramms.
Die Pflanzung der Platanenallee, die Rahmung der Festwiese in Anlehnung an die historischen Ulmenallee und die neue Kastanienallee zwischen Südring und Pinguinbrunnen greifen die historische Raum¬bildung auf.
Freigelegte, breite Promenadenwege und Eingänge lassen den Park insgesamt einladender wirken.
Weitere Ziele sind die Gestaltung des Haupteingangsbereiches im Osten des Parks mit einem angemessenen Gebäude, die Sanierung des Freibadbetriebes, die Weiterentwicklung des Freizeit- und Erholungsangebotes, die Neuinterpretation des kulturellen und künstlerischen Angebotes und nicht zuletzt die Wiederbelebung der historischen gärtnerischen Qualitäten in den Sondergärten.