Im Bezirk Hamburg-Nord leben ca. 280.000 Einwohner auf einer Fläche von 57,8 km2 (4.791 EW/km2). Seine Stadtteile haben sich auf der Basis dörflicher Strukturen sukzessive zu Wohnmilieus mit eigenständiger, kleinräumiger Identität entwickelt. In der Gründerzeit entstanden Wohnviertel in Hohenfelde, Uhlenhorst, Hohe- luft-Ost, Eppendorf und Winterhude. Im Zuge der Kanalisierung der Alster entwickelten sich weitere Wohnstandorte in Groß Borstel, Alsterdorf und Ohlsdorf. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts errichtete die Stadt unter Oberbaudirektor Fritz Schumacher die nach ihm benannte Siedlung im nördlichen Langenhorn. Unter seiner Ägide entstanden in den 1920er-/1930er- Jahren auch die dicht bebauten Quartiere in Barmbek-Süd, Dulsberg und Barmbek-Nord sowie weitere Wohnanlagen in Fuhlsbüttel im für seinen Baustil typischen roten Klinker.
In Hamburg-Nord sind viele zentrale Einrichtungen der Stadt, die gegen Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts in den damals noch vorstädtisch-ländlichen Gebieten angesiedelt wurden, beheimatet, wie die großen Krankenhäuser, das Universitätsklinikum, der 400 Hektar große Ohlsdorfer Friedhof, die Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel und schließlich auch der Flughafen – als Hamburg Airport heute ein Logistikzentrum der Superlative.
In der City Nord – wegen ihrer Nähe zum Stadtpark auch Bürostadt im Grünen genannt – findet sich die größte Konzentration repräsentativer Firmen-Großverwaltungen außerhalb der Innenstadt. Das Planetarium im Stadtpark, das größte „Sternentheater“ Norddeutschlands, bietet die international modernste Vorführtechnik.
Charakteristisch für den Bezirk ist außerdem seine Lage am Wasser: Die Außenalster, der Alstergrünzug, die Park- und Grünanlagen entlang des Eilbekkanals, des Ise- bek-, Goldbek-, Osterbek- und Mundsburger Kanals sowie an Tarpenbek, Bornbach und Raakmoorgraben im Norden, bieten Erholung und Naturerlebnisse im dicht besiedelten Stadtraum.

Zahlreiche weitere Grünanlagen (insgesamt 420 Hektar) und 144 Kinderspielplätze liefern Raum für Unternehmungen im Freien. Ein umfangreiches Kulturangebot – unter anderem 14 stadtteilkulturelle Einrichtungen, zehn Bürgervereine, fünf Theater sowie ein breiter Sportsektor mit 64 Sportvereinen, 24 Sportanlagen und acht Sporthallen, sechs Bädern und Thermen – lädt zu vielfältigen Aktivitäten ein.
Ansiedlungen aus Wachstumsbranchen, wie zum Beispiel Medienunternehmen (Hamburg Media School, Kunst + Mediencampus Finkenau), Medizin- und Forschungszentren (Centrum für Innovative Medizin, Lilly) sowie Logistikfirmen (DHL-Cargozentrum), sind Belege erfolgreicher Stadtplanung und Wirtschaftsförderung.
Die Neubeplanung von Industriebrachen gehört seit Mitte der Neunzigerjahre genauso zum bezirklichen Aufgabenspektrum wie die Beplanung frei gewordener Flächen als Folge konzentrierter Nutzungen – wie zum Beispiel im Zusammenhang mit der Privatisierung und Modernisierung von Krankenhäusern (Klinikum Nord Ochsenzoll, Allgemeines Krankenhaus Eilbek, Allgemeines Krankenhaus Barmbek). Auf den so gewonnenen Flächen entstehen neue Quartiere zum Wohnen und Arbeiten.
Hamburg-Nord bietet weiter planerisch vorbereitete Flächenreserven für gut 3.000 Wohnungen. Langfristig ist ein Gewerbeflächenpotenzial von ca. 45 ha mobilisierbar.
Projekte in Hamburg-Nord sind ausgezeichnet: So erhielt das Wohnquartier Suhrenkamp (Alsterdorf) den Preis für Nachverdichtung im Bestand 2004; der bundes- weit bedeutende Deutsche Städtebaupreis 2004 ging an das „Neue Quartier am Falkenried“; das Konzept für den „Alsterdorfer Markt“ innerhalb der Evangelischen Stiftung Alsterdorf errang 2002 den DIFA Special-Award; der Preis für Gestaltung baulicher Dichte 2006 wurde an das Quartier Christoph-Propst-Weg vergeben und die Schulhofumgestaltung der Adolph-Schönfelder-Schule wurde mit dem Förderpreis „Familie gewinnt 2006“ prämiert.